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Metallhandwerk atmet durch
Zu Beginn dieses Sommers hält die positive Entwicklung im Metallhandwerk an. In der Halbjahresumfrage zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen bezeichnen sieben von zehn Betrieben des Metallhandwerks diese zumindest als befriedigend. Auch der durchschnittliche Auftragsbestand stieg um knapp zwei Wochen auf jetzt gut 9 Wochen an.
Hingegen ist der Optimismus leicht zurückgegangen. Nur noch knapp 40 % der Metaller erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten Monaten. Das ist gegenüber dem Vorquartal ein Rückgang von über 10 %. Nicht zuletzt diese Erwartungen lassen die Investitionsneigung unter 45 % sinken. Nach wie vor ist der Auftragsmangel mit über 42 % der Nennungen die Zukunftssorge Nummer 1 im Metallhandwerk. Hinzu kommt die Sorge um die Gewährung frischer Kredite, die eine wirtschaftliche Entwicklung erst ermöglichen.
Metallbau verbessert sich überproportional
Trotz einer wirtschaftlichen Annäherung der beiden großen Bereiche des Metallhandwerks – des Metallbaus und der Feinwerkmechanik – unterscheiden sich diese in den jetzt zu beobachtenden Tendenzen: Die wirtschaftliche Entwicklung im eher bau nahen Metallbau ist natürlich im Vergleich zum ersten Quartal überproportional gestiegen. Um mehr als 30 % sind die positiven Aussagen zur aktuellen Wirtschaftssituation gestiegen. Geschuldet ist dieser Anstieg jedoch dem eher schlechten Ergebnis des Frühjahres – hier hatte der lange und kalte Winter für Umsatzeinbrüche gesorgt – und den jetzt voll wirksam werdenden Konjunkturpaketen der Kommunen. Beide Effekte werden die zukünftige Entwicklung nicht mehr stützen. Es ist also verständlich, wenn lediglich eine Minderheit der Metallbauer mit einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage rechnet.
Feinwerkmechaniker profitieren vom Aufschwung
Die feinwerkmechanischen Unternehmen profitieren von der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Dynamik der Industrie und hier insbesondere vom Maschinen- und Anlagenbau sowie der anziehenden Konjunktur der Automobilhersteller. Trotzdem liegt der durchschnittliche Auftragsbestand mit gut 8 Wochen - Branchen unüblicherweise - unterhalb des Bestandes der Metallbauer. Auch weist die Aufwärtstendenz in der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Feinwerkmechaniker eine unterproportionale Dynamik (lediglich ein Anstieg um gut 20% ist zu beobachten) auf. Nur gut 40 % rechnen mit einer weiteren positiven Entwicklung, was nicht zuletzt zu einer nachhaltigen Investitionszurückhaltung (60% planen keine Investitionen) führt.
„Das Metallhandwerk atmet durch – das ist zu Beginn des Sommers die positive Botschaft. Angesichts des zumindest für einen Großteil der Mitglieder überaus schwierigen Jahres 2009 sind die jetzt besser ausgelasteten Kapazitäten jedoch zwingend erforderlich. Trotzdem werden etliche Unternehmen noch sehr lange die Auswirkungen der Wirtschaftskrise spüren und mit dem Auslaufen der Konjunkturpakete steht die nächste Herausforderung bereits vor der Tür. Auch die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten schaffen im Maschinen- und Anlagenbau nicht die Sicherheit, die wünschenswert wäre“, kommentiert Stephan Lohmann, betriebswirtschaftlicher Berater beim Fachverband Metall NW die Ergebnisse des aktuellen Konjunkturblitzlichtes.
Der Fachverband Metall NW vertritt als Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen mehr als 3.700 mittelständische Unternehmen des Metallhandwerks. Mit rund 50.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 4,7 Mrd. €, erwirtschaften die Unternehmen für annähernd 150.000 Menschen in NRW den Lebensunterhalt.
Essen, den 20.07.2010
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